Voyager 1 · Voyager 2

Häufige Fragen

Wie funktionieren die Sonden, woher kennen wir ihre Position und wie geht es weiter? Die Antworten beruhen auf NASA/JPL-Quellen und erläutern auch die Anzeigen des Trackers.

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Mission und Position der Sonden

Wo die Voyagers gestartet sind, wo sie sich befinden und warum ihre Wege unterschiedlich sind.

Wo befinden sich Voyager 1 und Voyager 2 gerade?

Beide Sonden befinden sich jenseits der Heliopause im interstellaren Raum. Voyager 1 überschritt diese Grenze 2012, Voyager 2 im Jahr 2018. Das bedeutet nicht, dass sie auch die ferne Oortsche Wolke oder den Einfluss der Sonnenanziehung hinter sich gelassen haben.

Die aktuellen Entfernungen von Erde und Sonne zeigt der Tracker auf der Startseite. Hier nennen wir keine feste Entfernung, weil sie sich mit der Zeit und der Bewegung der Erde verändert.

Quellen: NASA/JPL — Voyager 2 erreicht den interstellaren Raum ↗.

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Wann starteten die Sonden und was sollten sie ursprünglich erforschen?

Voyager 2 startete am 20. August 1977, Voyager 1 folgte am 5. September. Beide sollten ursprünglich Jupiter, Saturn, ihre Ringe und großen Monde eingehend untersuchen.

Voyager 2s Flugbahn hielt die Möglichkeit offen, zu Uranus und Neptun weiterzufliegen. Spätere Missionserweiterungen nutzten diese Gelegenheit.

Quellen: NASA/JPL — Missionsgeschichte und Flugbahnen ↗.

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Welche Planeten besuchten die beiden Voyagers?

Voyager 1 flog an Jupiter und Saturn vorbei. Voyager 2 besuchte Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Es waren nahe Vorbeiflüge; die Sonden blieben nicht als Satelliten in Umlaufbahnen um diese Planeten.

Beide Missionen beobachteten auch Monde, Ringe und die Umgebung der Planeten. Unterschiedliche Routen eröffneten deshalb unterschiedliche wissenschaftliche Möglichkeiten.

Quellen: NASA/JPL — Missionsgeschichte und Flugbahnen ↗.

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Warum ist Voyager 1 weiter entfernt, obwohl Voyager 2 früher startete?

Die Startreihenfolge bestimmt nicht die Reihenfolge der Entfernungen. Voyager 1 hatte eine schnellere, kürzere Flugbahn zu Jupiter und Saturn und erreichte beide vor Voyager 2.

Die Begegnung mit Saturn und Titan führte sie aus der Ebene der Planeten. Voyager 2 flog weiter zu Uranus und Neptun. Der heutige Abstand ergibt sich aus diesen Flugbahnen und gravitativen Schwungmanövern.

Quellen: NASA/JPL — Missionsgeschichte und Flugbahnen ↗.

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Was untersucht die interstellare Voyager-Mission?

Sie untersucht die Umgebung am Rand der Heliosphäre und darüber hinaus: Magnetfelder, Teilchen und Plasmawellen. Messungen in zwei Richtungen helfen zu verstehen, wie der vom Sonnenwind geprägte Bereich auf das umgebende interstellare Medium trifft.

Nicht alle ursprünglichen Instrumente sind noch in Betrieb. Die heute genutzten Geräte müssen daher von der ursprünglichen Ausstattung unterschieden werden; eine Statusangabe sollte stets ihr Prüfdatum nennen.

Quellen: NASA/JPL — Voyager 2 erreicht den interstellaren Raum ↗ · NASA/JPL — Aufbau und Instrumente der Sonden ↗.

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Fliegen beide Sonden in dieselbe Richtung?

Nein. Voyager 1 flog nach Saturn oberhalb der Planetenebene weiter, Voyager 2 nach Neptun unterhalb davon. Oberhalb und unterhalb beziehen sich auf die Ekliptik, nicht auf ein absolutes Oben und Unten im Weltraum.

Eine Kilometerangabe allein beschreibt keine Richtung. Unsere Karte verwendet dafür JPL-Positionsvektoren; Planetenbahnen und die Grenzen dargestellter Bereiche bleiben schematisch.

Quellen: NASA/JPL — Missionsgeschichte und Flugbahnen ↗.

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Technik, Daten und Kommunikation

Wie wir die Sonden verfolgen, mit ihnen kommunizieren und ihre Angaben verstehen.

Wie bestimmt die NASA die Position einer so weit entfernten Sonde?

Durch Funkverfolgung mit dem Deep Space Network. Die Signallaufzeit liefert Informationen zur Entfernung; Frequenzänderungen, die Dopplerverschiebung, geben Aufschluss über die Bewegung der Sonde.

Die Beobachtungen werden gemeinsam mit einem Bahnmodell ausgewertet. Es handelt sich weder um ein Foto der Sonde von der Erde aus noch um Koordinaten eines gewöhnlichen GPS-Empfängers. Unsere Website nutzt die resultierenden JPL-Horizons-Ephemeriden.

Quellen: NASA/JPL — Ortung ferner Raumsonden ↗ · NASA/JPL — Deep Space Network ↗.

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Sind die sich ändernden Zahlen im Tracker Live-Telemetrie?

Nein. Der Browser lädt gespeicherte NASA/JPL-Horizons-Bahndaten und interpoliert zwischen ihren Zeitpunkten die Position für die aktuelle Zeit. Die Zahlen können sich deshalb laufend ändern, ohne dass eine neue Funkverbindung zur Sonde besteht.

Das Datum der Daten und der Zeitpunkt der Berechnung sind verschieden. Ein flüssig laufender Zähler bedeutet auch nicht, dass die Website automatisch den unmittelbaren technischen Zustand der Sonde kennt.

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Wie gelangt eine Nachricht von Voyager zur Erde?

Die Sonde sendet Informationen per Funk über ihre Hauptantenne. Große Antennen des Deep Space Network empfangen sie auf der Erde. Das Netz unterstützt auch andere interplanetare Missionen.

Befehle reisen in Gegenrichtung von der Erde zur Sonde. Deren Hauptantenne muss passend ausgerichtet sein; diese Ausrichtung beizubehalten ist deshalb ein wichtiger Teil des Betriebs.

Quellen: NASA/JPL — Deep Space Network ↗ · NASA/JPL — Aufbau und Instrumente der Sonden ↗.

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Warum müssen wir so lange auf eine Antwort warten?

Funksignale breiten sich im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit aus. Selbst damit werden interplanetare Entfernungen nicht augenblicklich überwunden. Ein Befehl muss erst die Sonde erreichen; anschließend legt ihre Antwort den Rückweg zurück.

Der Tracker zeigt einfache und gesamte Hin- und Rücklaufzeiten. Letztere enthalten keine Wartezeit für Befehlsverarbeitung oder geplante Funkkontakte. Die Berechnung berücksichtigt außerdem die Bewegung von Erde und Sonde während der Übertragung.

Quellen: NASA/JPL — Lichtgeschwindigkeit und astronomische Einheiten ↗.

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Woher beziehen die Voyagers ihren Strom?

Jede Sonde besitzt drei Radioisotopengeneratoren. Sie wandeln Wärme aus dem radioaktiven Zerfall von Plutonium-238 in Strom um. Die Stromversorgung stammt also nicht von Solarmodulen.

Die verfügbare elektrische Leistung sinkt allmählich. Das Team muss sie auf Wissenschaft, Kommunikation, Heizungen und weitere Systeme verteilen. Der angezeigte Anteil verbleibenden Plutoniums ist nicht der Anteil verbleibender elektrischer Leistung.

Quellen: NASA/JPL — Aufbau und Instrumente der Sonden ↗ · NASA/JPL — Energieeinsparung im April 2026 ↗.

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Warum senden die Sonden keine neuen Fotos mehr?

Die Kameras wurden abgeschaltet, um Energie und Speicher für andere wissenschaftliche Instrumente freizugeben. Auch ihre Steuersoftware wurde entfernt. Die letzten Bilder von Voyager 1 stammen aus dem Jahr 1990.

Unsere Galerie zeigt Archivaufnahmen oder deren spätere Bearbeitung. Eine Illustration der Sonde ist kein Live-Kamerabild. Die Fortsetzung der Wissenschaftsmission bedeutet daher nicht, dass weiter fotografiert wird.

Quellen: NASA/JPL — Fragen und Antworten zu Voyager ↗.

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Warum nimmt die Entfernung von der Erde manchmal ab?

Die Erde umkreist die Sonne. Während eines Teils des Jahres bewegt sie sich so auf die Sonde zu, dass ihr Abstand abnimmt, obwohl die Sonde weiterhin von der Sonne wegfliegt.

Eine negative Abstandsänderung ist deshalb für sich genommen weder ein Fehler noch ein Zeichen für eine Umkehr. Wir unterscheiden die Geschwindigkeit relativ zur Sonne von der Änderung der Entfernung zur Erde.

Quellen: NASA/JPL — Fragen und Antworten zu Voyager ↗.

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Lässt sich Voyager aus der Ferne reparieren?

Manche Probleme lassen sich durch Softwareänderungen oder andere Betriebsweisen umgehen. Das ist jedoch kein physischer Austausch eines beschädigten Bauteils. Im April 2024 stellte das Team lesbare technische Daten von Voyager 1 wieder her, indem betroffener Programmcode in andere Speicherbereiche verlegt wurde.

Solche Eingriffe erfordern genaue Diagnose und müssen die lange Signallaufzeit berücksichtigen. Dieser einzelne Erfolg bedeutet nicht, dass sich jede Störung von der Erde aus beheben lässt.

Quellen: NASA/JPL — Technische Daten im April 2024 wiederhergestellt ↗.

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Weitere Reise und Betriebsende

Was wir über die Zukunft sagen können und wo Unsicherheit bleibt.

Haben die Voyagers das gesamte Sonnensystem verlassen?

Sie haben die Heliopause, die Grenze der Heliosphäre, überschritten und befinden sich im interstellaren Medium. Definiert man das Sonnensystem aber anhand der gravitativ an die Sonne gebundenen Körper, gehört auch die ferne Oortsche Wolke dazu. Sie liegt noch vor den Sonden.

Das Verlassen der Heliosphäre darf daher nicht mit dem Verlassen des gesamten Sonnensystems oder dem Ende der Wirkung der Sonnenanziehung gleichgesetzt werden.

Quellen: NASA/JPL — Voyager 2 erreicht den interstellaren Raum ↗.

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Bleiben die Sonden stehen, wenn der Strom nicht mehr ausreicht?

Nein. Zu wenig Strom begrenzt Instrumente und Kommunikation, hält aber nicht von selbst die Bewegung der Sonden an. Die NASA beschreibt ihren Weiterflug auch nach dem Verlust der Verbindung.

Das Ende wissenschaftlicher Messungen, das Ende der Funkverbindung und die weitere Reise des physischen Körpers sind unterschiedliche Vorgänge, nicht ein einziges Ereignis.

Quellen: NASA/JPL — Weiterflug nach dem Ende der Kommunikation ↗.

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Lässt sich ein genaues Datum für das Missionsende nennen?

Nicht als garantierter Termin. Der Betrieb hängt von verfügbarer Leistung, Temperaturen, dem Zustand der Bauteile und erfolgreichen Energiesparmaßnahmen ab. Die NASA veröffentlicht daher fortlaufend Schätzungen und konkrete Betriebsentscheidungen.

Wir leiten aus dem Plutoniumzerfall kein festes Datum für das letzte Signal ab. Eine alte Vorhersage in einem Archivartikel ist außerdem nicht automatisch ein heute gültiger Plan.

Quellen: NASA/JPL — Energieeinsparung im April 2026 ↗.

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Was tragen die Sonden für mögliche künftige Finder mit sich?

Jede trägt eine Goldene Schallplatte: einen physischen Datenträger mit Bildern, Klängen, Musik und Grüßen von der Erde. Ihre Hülle enthält Abspielanweisungen und Informationen zur Herkunft der Botschaft.

Die Möglichkeit eines Fundes ist keine Vorhersage, dass er stattfinden wird. Die Botschaft wurde für diesen Fall mitgegeben, nicht für eine geplante Kommunikation mit einer bestimmten Zivilisation.

Quellen: NASA/JPL — Die Goldene Schallplatte ↗.

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